TRIMINI: WoMo-Stellplätze

Schon vor Söder stellte der große Feldherr Cäsar fest: die Würfel sind gefallen! Und so ist es auch mit dem Wohnmobil-Stellplatz „in der Gemeinde Kochel“. Nachdem der „Komplex Trimini“ vom kommunalen Freizeit-Bad über einen nicht öffentlichen (also geheimen Vertrag) an einen Privaten Betreiber mutierte, darf man jetzt gespannt sein wie der „Rest-Trimini Bereich“, also die Parkplätze und die Flächen rechts und links der Trimini-Straße wie z.B. Fußwege, Sportanlagen, Liegewiesen, Badeplätze, Festplatz usw. genutzt wird. Darin enthalten ist auch noch die alte „Müll-Deponie“ mit ihrer eigenen Problematik. 

Bis zu 120 Wohnmobil Stellplätze am Trimini in Kochel?

Wohmo-Stellplatz –  eine faule Tomate?

Wie man die Presseberichte auch dreht und wendet, man kommt nicht drauf: Wohnmobilstellplätze? Ja aber. Es ist so, als plane man Tomaten zu kaufen, nur gute, welche Art und wie viele? – und bei aller Mühe, es war doch eine faule dabei.

Wohmo-Stellplätze waren schon oft geplant, aber nie angepackt. Aber jetzt 90, später bis zu 120 Plätze quasi baureif im Plan zum Beschluss vorzustellen ist sportlich!
Wo genau ist nicht zu erkennen, weder aus der Beschreibung noch aus unterschiedlichen Planskizzen. Jedenfalls aber im Kernbereich des Hochwasser-Überschwemmungsgebietes, auf der Haus- und Gewerbemüll-Deponie an der Triministraße, den dortigen Sportanlagen vorgelagert, östlich und auch westlich der Straße am See?

Wer ist Planer, wer ist Eigentümer, wer ist Betreiber alles offen! Nicht erkennbar.
Und doch hat die Gemeinde anscheinend die umfangreiche, reichlich problembehaftete Planung längst beauftragt und (mit Steuergeldern) bezahlt, wobei ein mehrheitlich „öffentliches Sanitärhaus“ von gut 20 x 11 m Ausmass hinzukommt.
Damit wäre Schluß mit Flohmärkten deren Erlös den örtlichen Vereinen zugedacht ist, Festzeltbetrieb wo?

Kurzum, auch hier ist eine faule Tomate dabei, uns untergejubelt zu werden.

Leuchturm Kochel?

Wie der Presse zu entnehmen ist, fand kürzlich ein Tourismuspolitisches Gespräch auch in Kochel statt, wobei das „Schlusswort“ absolut bemerkenswert ist. Danach ist der Tourismus ein alter Hut und Leierkasten, den man halt immer wieder mal bespielen muss.

Diese ehrliche Einschätzung erwartet man nicht unbedingt von Politikern und Tourismusgranden, die Zeit haben, sich mit einem alten Hut und Leierkasten, einen schönen Tag im Oberland zu machen.
Nach deren Ansicht ist das Trimini der Kochler Leuchtturm, den bekannterweise aber nicht die Tourismus-Gemeinde Kochel, sondern ein privates Unternehmen betreibt.

Diese Kristall Therme trimini ist tatsächlich ein Highlight in der Bäderlandschaft Oberbayerns und zieht deshalb auch zunehmend viele „Badegäste“ an. Inwieweit das „Gäste der Tourismus-Gemeinde Kochel“ sind, mag jeder für sich selbst beurteilen. Die heftigen Streitereien (wir erinnern uns) in der Planungs- und Bauphase der beiden Partner im PPP-Vertrag scheinen beigelegt. Der private Partner hat seinen Bad-Bereich top hergerichtet und tatsächlich strahlt er abends wie ein Leuchtturm über den Kochelsee. Der gemeindliche Partner aber, hat wohl noch so einiges nachzuholen. Da ist vor allem schon mal das Entree, also die Zufahrt zum Trimini, eine Straße „bester Qualität“,  begleitet vom staubigen Ambiente rechts und links davon. Der schattige Fußweg endlich aufgekiest und beleuchtet, die Seepromenade „naturbelassen“ wie seit vielen Jahren, das ehemals ÖTV-Gelände ein Spekulationsobjekt und die Seestuben dem Verfall? preisgegeben,  bilden das landseitige Umfeld des Leuchtturms Trimini.

Kaum gebaut, schon fehlt die Standfestigkeit

Standfestigkeit Saunahaus,  Seeweg am trimini
Grundeigentümer, Bauherr, wer ist für was zuständig und muss laut PPP-Vertrag-lich zahlen?

Kaum gebaut, schon fehlt die Standfestigkeit

Im allgemeinen Teil der Gemeinderatssitzung, unter Sonstiges, war zu hören, daß am Trimini-Seeweg die erst neu entstandene Kärtner Hubertus-Sauna, auf „lithologisch rhenodanubischem Flysch“, einer nicht festen wechsellagerigen Gesteinsschicht aus Mergel und Kalk bestehend gebaut, – nicht mehr standfest sei und mit eisenarmiertem Spritzbeton gesichert werden müsse. Schuld seien Witterungseinflüsse des letzten Winters mit Frühjahr, Frost und Schmelzwasser, die den Zerfall derart beschleunigt hätten, dass Felssicherungsarbeiten dringend nötig seien. Die Maßnahme koste der Gemeinde gut 85.000 Euro.  Und,  wegen dieser Sanierungsarbeiten muss der Seeweg über eine kleine „Seebrücke“ vorübergehend verlegt werden.

Soweit so gut; doch wie kann es sein, dass ein Saunagebäude auf so unsicherem Untergrund erstellt werden konnte? Bauwerke werden vor Genehmigung doch gründlich geprüft, u.a. auf Standfestigkeit mittels einer nachgewiesenen Statik. Waren das Bauamt der Gemeinde und des Landratsamts nicht informiert?
Dieser relativ unsichere Standort ist seit vielen Jahren bekannt, schließlich bröckelt da immer schon (Weich-) Gestein herunter, in dessen Schichten auch „Versteinerungen“ zu finden sind.
Diese bröckelige Wand nun mit Spritzbeton zu verbrämen ist eine Sache die kurzfristig sichtbare Gefahr zuzudecken, ob das auf Dauer hilft darf bezweifelt werden.
Eine Stützmauer mit Verankerung wäre sicher besser, aber auch wesentlich aufwändiger.
Beides sieht hässlich aus, was auch ein einzelner Gemeinderat bemerkt hat: Mit Efeu überwachsen kann das kaschiert werden, war die Antwort darauf.

Zu guter Letzt bleibt die Frage, ob der Spritzbeton solange hält bis der Efeu alles überdeckt hat – und, was hinter diesem „Sichtschutz“ mit Winter, Frost und Schmelzwasser an den labilen Gesteinsformationen passiert.

Trimini

Trimini, eine Geschichte
vom vormals gemeindlichen, also kommunalen Freizeit und Erlebnisbad
zum jetzt privaten „Kristall-Trimini“

In „grauer Vorzeit“ gab es in Bayern ein Förder-Programm „Freizeit und Erholung“.
Der Gemeinde Kochel gelang es damals diesen Fördertopf anzuzapfen, woraus schlussendlich das „trimini“, ein Vorzeigebad in Bayern, ein „Familien- und Freizeitbad“ anfangs der 70-ziger Jahre entstanden ist.
An einem der schönsten Flecken Bayerns, direkt am Kochelsee vor fantastischer alpenländischer Lage, Berge, See, Freizeit und Erholung. Im Luftkurort und Kleinzentrum Kochel gelegen, hat dieses Bad viele Jahre beste Dienste geleistet.
Zugegebener Maßen hat man über die Jahrzehnte es versäumt, die Anlage „on top“ zu halten. Eine Kommune denkt da halt nicht unternehmerisch, sondern nur kostendeckend auf das unbedingt Erforderliche-Notwendige beschränkt, leider.
Infolge dessen verursachte das Bad zunehmend Kosten, weil man es versäumt bzw. vermieden hat, die Anlage an die sich laufend veränderten Gegebenheiten im Freizeitverhalten, wie z.B. im Tourismus und  bei Attraktionen,  im Wettbewerb mit konkurrierenden Bädern anzupassen. Das so veraltete Bad verursachte einen wachsenden Kostendruck, der die Gemeinde schließlich zwang zu handeln.
Neubau, Abriss mit Entsorgung, mögliche Alternativen?
Die Gemeinde war unschlüssig. Aus den folgend vielen Vorschlägen, die heftig und kontrovers beraten wurden, entschied man sich, einen Bäder-Investor zu finden. Die Suche mit Vorstellung unterschiedlicher Konzepte begann, wobei letztlich die Kristall-Bädergruppe Steinhart im Jahr 2005  in die engere Wahl kam. Nach umfangreicher Recherche im Bäderbereich, unter der Prämisse, das trimini als Familien/Freizeitbad zu erhalten, hat sich der damalige Gemeinderat ,  – auch wenn die damaligen Ideen und Planungen der Kristall Gruppe für gut bis bestechend empfunden wurden -, mehrheitlich gegen die Kristallbädergruppe entschieden und Herrn Steinhart abgesagt.
Mit der nächsten Gemeinderats-Periode ab 2008 wurde das Thema wieder aufgegriffen. Das trimini wurde zur „Chefsache“ und fortan nicht mehr öffentlich beraten, die Ratsmitglieder wurden offensichtlich zum Stillschweigen vergattert, Beratung, Verhandlung und Sachstand zum trimini blieben „geheim“, alle Fraktionen, Parteien und Personen des Gemeinderats haben somit einstimmig zur heutigen Situation beigetragen.
So erfuhren die Kochler nur „einseitig vom Rathaus“ zum Sachstand trimini, bis sich Schwierigkeiten ergaben und die Bädergruppe mit „Gegendarstellungen“ an die Öffentlichkeit ging. Die Parteien waren auf Streit gebürstet.
Unübersehbar ging es derweil mit dem trimini bergab. Den begonnenen Bauarbeiten, oder besser Abbrucharbeiten hat die Gemeinde „sehenden Auges“ zuschauen müssen.
Über unzählige Verhandlungen hat man sich endlich auf einen, wie die Gemeinde erklärte, sehr guten PPP-Vertrag, dessen Inhalt der Öffentlichkeit, dem Steuerbürger nicht bekannt wurde, geeinigt. Ob und wenn welche „feste Förderzusage (RÖFE oder BFR) des Freistaates erfolgte und welche Summen laut Vertrag die Gemeinde zu zahlen und weiterhin zu leisten hat, ist unklar. Ebenso unklar ist auch der Status quo: wem und zu welchen Teilen gehört das trimini, der Umschwung, der Parkplatz, die Zufahrtstraße samt Unterhalt, wie lange läuft der PPP-Vertrag und was ist zum Vertragsende über Kosten und Besitzverhältnisse festgelegt?
Da es hier um öffentlichen Besitz (trimini) und Steuergelder der Kochler Bürger geht, muss hierüber aufgeklärt werden.

Inzwischen, im Jahr 2017  ist das Kristall Trimini fertiggestellt und in Betrieb. Dem Vernehmen nach läuft es sehr gut und bringt der Gemeinde Wirtschaftskraft, erfreulich viele Tagesgäste und Übernachtungen. Der Presse entnehmend: insgesamt und abschließend eine gute Sache für Kochel am See.

01.01.2018