Ehemaliges Verstärkeramt Kochel, Petition- Abriss ?

Zur Besichtigung des Verstärkeramtes mit dem Petitionsausschuss war in der Presse die Öffentlichkeit ausdrücklich eingeladen. doch fand diese Erörterung hinter Gittern statt und der Zugang war gesperrt. Das mag seine Gründe haben, auch wenn sie nicht bekannt gemacht wurden. Das Ergebnis der Besichtigung, Beratung und Entscheidung wird hoffentlich veröffentlicht.
Das Verstärkeramt-Hauptgebäude ist zu erhalten. Die von der Gemeinde angedachte mehrfach-Nutzung wird kaum unter einen Hut zu bringen sein, da zu viele Gegensätze bestehen (wie Komfort-Wohnung bis Obdachlosenunterkunft, Bauhof, Werkstätte, Jugendraum alles unter einem Dach?).
Vorschlag: In diesem Komplex die Rettungswache Kochel, Polizeistation und BRK-Rettung, unterzubringen, wäre dagegen eine gute Lösung für das angeblich (noch?) Kleinzentrum Kochel, da die alte Rettungswache, die räumlich stark beengt und verkehrlich sehr ungünstig am jetzigen Standort gelegen, bekannter weise problematisch ist.  
Eine Rettungswache im Verstärkeramt, direkt an der B11 gelegen, böte ausreichend Platz für diese Einrichtungen. Auch die vorhandenen Garagen bieten Platz für die notwendigen Sonderfahrzeuge von Polizei und BRK. Diese Variante könnte dem Landkreis und der Flächen- Gemeinde Kochel sehr viel nützlicher sein, als die Abriss-Planung des denkmalgeschützten Verstärkeramtes

Tag des offenen Denkmals 2019 in Kochel am See


 Das Kochler Verstärkeramt, ein Beispielbauwerk der Klassischen Moderne, oder ein Abrissopfer zugunsten moderner Mehrfachnutzung nach Neubau?  
Kochel hat Potential. Da ist die über 1250 jährige Ortsgeschichte mit vielfältigen Ereignissen der Ansiedelung, Kultur und Wirtschaft samt Bauwerken verschiedenster Epochen und Bedeutung. Ob sich  der Ort darüber im Klaren ist, darf manchmal bezweifelt werden.
Weil die Gemeinde einen neuen Bauhof braucht plant sie am alten Standort einen Mehrzweck- Neubau, der letztlich dort aber nicht zu realisieren ist. Auf der Suche nach Ersatz erschien dem Gremium das alte Verstärkeramt als geeignet. Man konnte es kaufen und wieder begann man zu planen:  Ein Hauskomplex in dem der Bauhof mit Fahrzeugen, Geräten, Maschinen, Werkstätten untergebracht ist, Jugend- oder Vereinsheim Platz finden, Wohneinheiten von sozial verträglich bis gehoben und Obdachlosen Unterkunft möglich sein sollen. Sicher alles gut gemeint, doch ob das Miteinander im tagtäglichen Betrieb verträglich ist bleibt  abzuwarten. Und dann kommt auch noch der Denkmalschutz. Was nun?

Dazu erschien vor einigen Tagen ein sehr lesenswerter Artikel der Architekturhistorikerin Kaija Voss in der Zeitung, der zum Tag des offenen Denkmals in Kochel am See passt und unter folgendem Link:  https://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/reformarchitektur-kuehne-formensprache-1.4580446  zu lesen ist.
Ganz klar, das „Kochler Verstärkeramt“ kann zu diesem Anlass nicht geöffnet werden, wohl aber das „alte Schusterhaus“, das von der Gemeinde und dem Heimatverein Denkmal gefördert weiter leben darf.

Verstärkeramt Kochel

Bauhof, Wohnungen, Jugend – und Sozialräume: +

Die Gemeinde Kochel braucht einen neuen Bauhof. Der Alte an der Triministraße am Loisachauslauf ist nicht nur in die Jahre gekommen, er ist einfach nicht mehr zeitgemäß.
Auf der Suche nach einem geeigneten Standort fand man diesen im Nordwest. Ortsbereich, einem ausgewiesenen Mischgebiet. Diese Fläche hat die Gemeinde aber für Wohnbebauung umgenutzt und bebauen lassen.
Also beschloss der Gemeinderat eine Neubau- Planung am alten Standort in Auftrag zu geben um geordnete,  für  einen Bauhof erforderliche Räumlichkeiten mit entsprechendem Umschwung zu schaffen. Dieser Neubau sollte neben dem Jugendraum auch Räumlichkeiten für die dort ansässigen Sportler bekommen.
Nach Vorstellung des umfangreichen Projektes und Begeisterung dafür,  hat man die Pläne wegen nicht bedachter/realisierbarer Widerstände aufgeben müssen. Nicht zuletzt wegen der Tatsache des bekannt schlechten Untergrunds und dem im Hochwasserschutzgebiet liegenden Baugrund.
 
Auf der Suche nach Alternativen bot sich der Gemeinde der Kauf des sog. Verstärkeramtes an. Auch hier wurden umfangreiche Teilabriss- und Neubauplanungen in Auftrag gegeben. Vorgesehen war, den Bauhof mit Fuhrpark, Lager- und Werkstätten unterzubringen und dringend notwendigen Wohnraum zu schaffen. Gedacht  war an etwa 20 barrierefreie Wohnungen, 10 Unterkünfte für Obdachlose und Räumlichkeiten für Jugend und  Vereine zu schaffen.  Auch diese Planungen wurden der Öffentlichkeit  gebührlich vorgestellt.
Doch dann kam der Denkmalschutz, und das Verstärkeramt wurde vom  Landesamt für Denkmalpflege als Baudenkmal unter Schutz gestellt.
Natürlich durchkreuzt diese Entwicklung erneut die gemeindlichen Planungen, über die auch ausgiebig in der Presse berichtet wurde.
Aller guten Dinge sind drei. Bleibt also zu hoffen, dass im nächsten Anlauf eine endgültige Lösung gefunden wird, und die Jugend endlich den lange versprochenen Jugendraum bekommt, die dringend notwendigen barrierefreien Wohnungen, Unterkünfte für Obdachlose und Räumlichkeiten für Vereine geschaffen werden können.