ISEK ist generell eine gute Planungs-Möglichkeit zur Städtebau-Förderung.
Für kleine Dörfer/Orte ist dieses „Förderinstrument“ aber nur bedingt nützlich. Kleine Orte/Gemeinden wurden und werden meist ohne jegliche „Ortsplanung entwickelt“, was auch für Kochel zutrifft.
Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Ortsplanung von der „Verwaltung“ gerne als „Märchenbuch“ gesehen und folglich abgetan wurde. Kochel wurde quasi nach „Gusto“ entwickelt, d.h. nach den jeweils „eigenen Vorstellungen, Belieben, Ermessen oder gar Zwängen“ der jeweiligen Bürgermeister und Gemeinderäte gestaltet, die in der jeweiligen „Wahlwerbung“ schon „gedruckt und vorgetragen“ ihre Gestaltungsbelange für den Ort dokumentiert haben.
 ISEK ist langfristig gedacht – also deutlich länger als eine Gemeinderatsperiode gedacht, und hier liegt m.E. das Problem.
ISEK hat hohe Vorlaufkosten, meist 5-6stellig, zudem bleibt ein Eigenanteil der Gemeinde, eine Förderung scheint trügerisch:
gibt es „wenn-dann“ Geld in gedachter Höhe?
Abhängigkeit der Verwaltung vom externen Büro führt zu einer Überlastung der Gemeindeverwaltung, die das tagtägliche Geschäft auch zu bewältigen hat.
Meist sind deren angestellte/Fachkräfte ortsfremd, sie haben kaum Kenntnis örtlicher Begebenheiten.
ISEK ist wenig flexibel auf oft unvorhersehbare Prioritäten und Probleme einer „bisher planlosen“ Gemeinde.
Die durch ISEK geweckten Erwartungen können trotz Bürgerbeteiligung, Workshop und bezahltem Beirat schnell gedämpft werden, wenn absehbar wird, dass der Haushalt die notwendigen Mittel auf lange Sicht nicht hergibt, was Beteiligungsmüdigkeit und Frustation zur Folge hat.
ISEK behandelt auch nur „einige Planziele“ in der Gesamtgemeinde, ob und wann diese angepackt und umgesetzt werden können, lässt sich aus heutiger Sicht nicht beantworten.
ISEK ist und bleibt ein Risiko für die Gemeinde, weil Bindungen und Kosten nicht kalkulierbar sind. Und die nächste „Wahlperiode (Bgm. und Gemeinderat) könnten völlig andere Prioritäten setzen, wie z.B. nicht angegangene Pflichtaufgaben wie Straße, Kanal, Klärwerk, oder längst bekannte Problemfelder wie Heimatbühne, Verstärkeramt, Trimini-Folgen des PPP-Vertrages, WoMo-Stellplatz, Cafè am See, Seeweg-Promenade, Soz. Wohnungsbau der Gemeinde, Kurpark, Kindergarten, Belastungen durch Verkehr, Tourismus usw.